Chromledersohlen beim Tanzschuh

Wer aus dem Standard- oder Lateintanz kommt, der kennt sie bestimmt: die Chromledersohle. Häufig auch als Rauhleder oder Wildleder bezeichnet, sind diese beiden Bezeichnungen jedoch nicht korrekt und bezeichnen eigentlich andere Lederarten.

Richtig präpariert und auf gutem Holzboden sind Chromledersohlen ein Traum. Sie geben Halt, daß man nicht wegrutscht, ermöglichen aber dennoch leichtfüßige Drehungen ohne viel Widerstand.

Hauptthema bei der Handhabung: Ihr braucht eine spezielle Metallbürste, mit der Ihr das Leder aufrauht (daher wohl der falsche Name „Rauhleder“). Das sind so kleine Holzbürsten mit abgebogenen Metallzinken, die sehr fest und sehr spitz sind.

Einmal am Rand der Sohle zu weit gegangen und das Obermaterial ist mit aufgeritzt. Ja, das ist mir damals beim Standardtanzen leider schon passiert. Sieht nicht schön aus.

Wofür das ganze? Chromleder nimmt jeden Dreck und Staub auf der Tanzfläche auf und hält diese fest. Wirklich fest, die kriegt Ihr sonst nie wieder raus. Das verklebt richtig zu einer unansehnlichen, rutschigen Oberfläche. Und genau da geht Ihr mit der Metallbürste rein. Richtig reinstechen und mit Kraft entlangratschen. Dabei kommt der ganze Dreck (und ein wenig Leder) heraus. Das macht eine größere Sauerei, also bitte niemals im Tanzsaal machen.

Es kommt einem immer so vor, als müßte die Sohle nach drei-, viermal bürsten „durch“ sein, bei der Materialmenge, die herausrieselt. Das wirkt aber nur so, meine Chromledersohlen haben ewig gehalten.

Wenn Ihr rutschige Schuhe mögt, beispielsweise weil Ihr Balboa tanzt, dann fällt das Aufbürsten natürlich weg.

Offensichtlicher Nachteil: Niemals naß werden lassen! Das trocknet durch die fein strukturierte Oberfläche noch viel schlechter als glatte Ledersohlen, und so kann man den Staub und Dreck um so besser verkleben.

Wo bekommt man Chromledersohlen her? Fertig am Schuh eigentlich nur im Tanzschuhladen. Und vermutlich nur Standard- und Lateinschuhe, außerdem ein paar Salsaschuhe. Das ist jetzt modisch nicht das, was den meistens Lindy-Hoppern vorschwebt.

Diese lassen sich aber oft Chromleder nachträglich unter ihre – beispielsweise – Keds kleben.

In manchen größeren Städten geht das wohl günstig und schnell beim Schuster in der Fußgängerzone. Ja, diese kleinen Ein-Mann-Schlüsseldienstläden. Jedenfalls berichten das einige Leute im Netz. Gerade erst wieder ein Bericht auf Facebook, acht Euro hats wohl gekostet.

Ich hatte bisher nicht das Glück, an so einen Schuster zu geraten, die haben oft nichtmal gewußt, was Chromleder ist. Und der „richtige“ handwerkliche Schuster, der ans große Schuhhaus angeschlossen ist, nimmt Preise zum Abwinken. Ich weiß sie nicht mehr auswendig, aber da wurden so dreißig Euro pro Schuh aufgerufen. Also sechzig Euro für das Paar, und dann erstmal noch das Schuhpaar an sich kaufen. Das ist nicht günstig.

Wer aber einen Schuster zur Hand hat, der das mal eben für einen Zwanziger insgesamt erledigen kann, sollte das wirklich mal ausprobieren.

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Kunststoffsohlen beim Tanzschuh

Ein Klassiker bei Lindy-Hoppern ist der Freizeitschuh mit Kunststoffsohle.

Besonders die Tänzerinnen sieht man viel mit Keds, die fast schon eine Art Uniform auf der Tanzfläche geworden sind.

Ich selbst habe eine Zeitlang mit Dockers getanzt und war damit immer sehr zufrieden. Irgendwann waren sie dann natürlich durch und Ersatz mußte her. Nach längerer Zeit mit Ledersohlen und den speziellen Saint-Savoy-Sohlen habe ich nun wieder Freizeitschuhe mit Kunststoffsohle gekauft.

Die oben abgebildeten Espadrilles habe ich also erst seit kurzem und erst eine halbe Kursphase lang getragen.

Sie sind von Toms und haben eine etwas ungewöhnliche Sohle, weil ein Gewebe (ebenfalls aus Kunststoff) darübergezogen ist. Ich habe mir ein besseres Rutschen von Beginn an erhofft, und nach ersten Versuchen muß ich sagen, es rutscht nicht ganz so wie erwartet, aber die Schuhe sind dennoch geeignet.

Normalerweise muß man solche Schuhe erst eine Weile benutzen, damit die Sohle abgenutzt und dadurch glatter wird, sonst sind sie zu stumpf. Am besten geht das dadurch, daß man sie ganz normal im Alltag auf der Straße anzieht, und wenn das Profil weg ist, dann reinigt man sie samt Sohle gründlich und nimmt sie fortan zum Tanzen.

Apropos Profil: Wenn die Schuhe ein ausgeprägtes Profil haben, dann wird man darin gehen können, wie man will, sie werden nicht hinreichend rutschig werden.

Einfach zu reinigen sind diese Schuhe natürlich. Einfach mit feuchtem Lappen abwischen. Auch ein Schritt vor die Tür macht ihnen nichts aus. Feuchtigkeit saugen die Sohlen nicht auf, man kann sie abwischen oder relativ zügig verdunsten lassen. Und ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu Gummi drücken sich Steinchen von draußen nicht so einfach in die Sohle und verkratzen anschließend den Tanzboden.

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Gummisohlen beim Tanzschuh

Der klassische Sneaker oder Turnschuh mit Gummisohle klingt zunächst nach einer guten Wahl für Straßentänze wie Lindy Hop. Er ist nicht so formell, es gibt ihn in vielen Designs, er ist sportlich, man kann sich gut darin bewegen.

Leider ist die Gummisohle auch unheimlich stumpf.

Und damit gilt wiederum: jede Drehung zieht direkt ins Kniegelenk. Tut Euch das bitte nicht an. Für die allererste Anfängerstunde oder einen Taster, meinetwegen. Aber bereits im Anfängerkurs solltet Ihr besseres Schuhwerk finden. Nicht unbedingt teureres. Bessser geeignetes.

Ebenso unpraktisch ist, daß Turnschuhe meistens ein stark ausgeprägtes Profil besitzen, wenn man nicht gerade Tennisschuhe nimmt, und selbst die sind auf Grip ausgelegt. Dieses Profil wird man realistisch nicht so weit herunterlaufen, daß man eine Chance hat, daß die Schuhe rutschig genug zum Tanzen werden. Und dann bleibt noch immer das Gummimaterial, das immer stumpf sein wird.

Außerdem hinterlassen Gummisohlen gerne Streifen auf dem Boden. Ihr kennt das vom Sportunterricht, wo spezielle, oft farblose, Gummimischungen für den Schulsport in der Halle verpflichtend waren.

Dasselbe gilt beim Tanzen: die Veranstalter geben sich Mühe, einen guten Tanzboden zu finden. Und das bedeutet oft: Parkett. Wenn Ihr den durch Gummiabrieb verschandelt, dann bekommen die Veranstalter ihn zwar hinterher wahrscheinlich wieder entfernt, aber es ist ein Haufen Arbeit, der nicht sein muß. Und womit Ihr Euch unbeliebt macht.

Und wenn Ihr in einer Pause zum Abkühlen mal kurz vor die Tür tretet, besteht eine echte Gefahr, daß sich kleine Steinchen in die Gummisohle eindrücken und Ihr anschließend den Holzboden beschädigt. Auch nicht gut.

Zudem kommt noch dazu, daß die Sohle beim klassischen Turnschuh oft sehr dick ist, sie soll ja Joggingbelastungen und permanent schnelle Richtungswechsel (beim Tennis) abkönnen.

Fürs Tanzen bietet es sich aber an, nicht so „weit über dem Boden zu schweben“ und ein eher schwammiges Gefühl, sondern eine direktere Rückmeldung und eine feinere Kontrolle über den Tanzschritt zu haben.

Was ist mit Tanzsneakern, die im Tanzsportladen angeboten werden? Für diese gilt das obengesagte nicht. Die Sohle ist kein klassisches Gummi, auch wenn sie teilwesie so bezeichnet wird, sondern entweder aus Kunststoff, oder eine spezielle Gummimischung, bei der die technischen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Tänzer beachtet sind.

Ob sie modisch auf eine Swingtanzfläche passen, könnt Ihr dann selbst entscheiden, ich finde sie meistens eher unschön.

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Ledersohlen beim Tanzschuh

Der klassische Lederschuh als Tanzschuh hat viele Vorteile: man kann ihn auch außerhalb des Tanzsports tragen, er ist in jedem Schuhgeschäft in großer Auswahl zu finden, und die Marken und Paßformen sind einem bereits vertraut.

Eine Gummisohle verbietet sich natürlich, aber es gibt ja auch Lederschuhe mit Ledersohle. Um diese soll es hier gehen.

Eine wirklich durchgängige Ledersohle scheint dabei selten geworden zu sein, der Absatz ist meistens aus Gummi. Das schadet jedoch nicht, denn im Gegensatz beispielsweise zu einer Impetusdrehung im Langsamen Walzer sind Fersendrehungen im Swingtanz nicht üblich. Aber auch ansonsten scheinen Echtledersohlen deutlich auf dem Rückzug zu sein. Bei meinem letzten Besuch in einem großen Schuhhaus fand ich viele Dutzend Schuhmodelle mit kompletter Gummisohle, aber nur zwei oder drei, die noch eine Ledersohle hatten.

Die Tanzeigenschaften sind schnell erläutert: Nicht nur recht steif, vor allem rutschig ist die Sohle. Hui, da kann man echte Probleme kriegen, wenn man sehr groß tanzt oder seinen Schwerpunkt (noch) nicht sauber kontrollieren und unter seinem Körper halten kann.

Balboatänzer sieht man häufiger mit Ledersohlen. Dort spielt die Starrheit eine geringe Rolle, weil der Fuß sehr wenig abgerollt wird. Und die Schritte und Bewegungen sind sehr klein und kontrolliert gesetzt, aber auch schnell.

Die Ledersohle verträgt natürlich Nässe nicht gut, sie reibt sich im feuchten Zustand schnell kaputt. Auf den Gang vor die Tür zum Abkühlen sollte man gegebenenfalls also eher verzichten. Im nassen Zustand wird die Sohle auch schnell stumpf und untanzbar, außer an den paar Stellen (Fliesen auf der Toilette eventuell?), wo die Haftreibung verschwindet, und der Schuhträger Gefahr läuft hinzufallen.

Der klassische Leder-Herenhalbschuh hat natürlich noch einen weiteren Nachteil. Er ist recht teuer. Nicht so teuer wir „echte“ Tanzschuhe, aber schon eine andere Preisklasse als Keds, Toms oder Dockers.

Mein abgebildetes Paar Schuhe verwende ich so auch hauptsächlich für Balboa. Ich kann auch Lindy Hop damit tanzen, aber muß dann ziemlich vorsichtig sein.

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Tanzschuhe und Schuhsohlen

Eine häufige Frage von Tanzanfängern lautet: „Welche Tanzschuhe und Schuhsohlen brauche ich denn zum Tanzen?“. Und auch im weiteren Verlauf der Tanzkarriere probieren viele Tänzer ganz verschiedene Schuhe aus.

In dieser kleinen Reihe möchte ich ein paar Arten von Tanzschuhen vorstellen, die ich selbst schon getragen habe. Oder eigentlich eher verschiedene Arten von Schuhsohlen – denn der Rest des Schuhs ist hauptsächlich eine Frage von Geschmack, Mode und Komfort. Die Schuhsohle „erdet“ den Tänzer jedoch, und damit ist sie wichtig.

Natürlich hängt viel vom konkreten Boden ab. Und auch zwei verschiedene Räume mit Parkett können sich völlig unterschiedlich anfühlen, wenn man tanzt.

Grundsätzlich ist natürlich der ganz klassische, schwingend gelagerte Tanzboden aus Holz das Nonplusultra. Leider ist er außerhalb von Tanzschulen und einigen sehr guten Veranstaltungssälen eher selten in unserem Tänzerleben zu finden.

Das Parkett ist dann die normale Premiumqualität. Andere Arten von Holzboden (gar Dielenboden) können gut sein, müssen es aber nicht.

Am unteren Ende der Skala stehen drei Fußbodenbeläge, die wir Bielefelder leider alle schon kennenlernen durften, bevor wir im wunderbaren Muschelsaal eine Heimat gefunden haben: Fliesen, PVC/Linoleum und sogar Beton! Alle drei Arten sind indiskutabel und nur im Notfall zu ertanzen. Dann aber mit Augenmerk auf Verletzungsanfälligkeiten. Drehungen sollte man lieber außen vor lassen.

Also beschränke ich mich in meiner Betrachtung auf Holzböden aller Art. Welche Arten von Schuhsohlen bieten sich an?

Außerdem: was ist über Pflege und Haltbarkeit zu sagen? Vertragen sie ein paar Tropfen Nässe?

Wichtig ist natürlich auch der Einsatzzweck. Ganz allgemein möchte man zum Balboa möglichst rutschige Schuhe, da man insbesondere im Pure Bal ohnehin kleine, aber schnelle Schritte setzt und seinen Schwerpunkt nie weit verlagert. Im Lindy Hop ist ein gewisser Grip hingegen hilfreich, besonders, wenn man dynamischer tanzt. Anfänger mögen es sowieso lieber etwas standsicherer.

Solltet ihr nur ungeeignete Schuhe haben, die viel zu stumpfe Sohlen haben, gibt es den alten Tänzertrick: Kunststoffklebeband („Tesa-Packband“) auf die Sohle im Bereich des Fußballens kleben. Das ist für Fälle, in denen der Boden heute mal wieder sehr stumpf ist, ganz brauchbar. Modisch ist das Klebeband natürlich nicht, und ob es sich wieder gut lösen läßt, müßt ihr ausprobieren.

Die Alternative wäre Puder, um stumpfen Boden (oder Schuhe) rutschiger zu machen. Das ist aber immer problematisch: man verunreinigt die Tanzfläche, was der Gastgeber vielleicht nicht so gerne sieht. Und ihr beeinflußt auch andere Tänzer, die in diesen Bereich der Tanzfläche kommen – wenn sie selbst bereits rutschige Schuhe tragen, mag das bis hin zum Sturz führen! Eine Aspirin zertreten und verteilen hat selbst im Erfolgsfall dieselben Probleme, verbuche ich aber ohnehin eher unter „Partygag“.

Auf dem Foto oben seht ihr fünf Paar Schuhe. Mit vieren davon habe ich oft getanzt, das fünfte Paar kommt mir nicht an tanzende Füße.

Aber alles weitere kommt dann in einzelnen Artikeln zu den Schuhtypen.

Weitrere Beiträge in dieser Reihe: