Wiedersehen auf der Tanzfläche

Nachdem wir die letzte Kursphase vorzeitig abbrechen mußten, ging es für die ersten Bielefelder Tänzer schon am Montag, und für mich dann gestern wieder mit Kursen los. Ein Wiedersehen auf der Tanzfläche mit vielen lieben Menschen, die ich länger nur per Telefon oder Mail „gesehen“ hatte.

Ich war zuversichtlich, das Generve hinter mir zu lassen und getreu „Ich habe Lust zu Tanzen!“ fröhlich meine beiden Kurse zu genießen.

Und genauso kam es auch. Uli verbreitete im Shim Sham gleich mal richtig gute Laune. Ein großer Spaß!

Shim Sham habe ich vor ewigen Zeiten mehrfach gelernt, mal besser, mal schlechter, aber so richtig flüssig wollte es nicht in meinem Kopf bleiben. Beziehungsweise, das mit dem Kopf ist natürlich wieder das Problem. Aber diesmal wird es besser klappen!

Apropos „früher schon gelernt“: ich habe vorhin das Video vom Shim-Sham-Workshop bei Ela in der Kung-Fu-Schule nochmal angeschaut. Das ist fünf Jahre her!

Uli ist richtig durchgerast. Wir haben fünf Termine, und nach dem ersten sind wir schon fast durch. Es fehlen nur noch Freezes, Half-Break und Shorty George, meine ich. Aber er wird uns sicherlich noch viel Styling zeigen, wir werden weiterhin fleißig üben, und dann… ist bestimmt tatsächlich noch Zeit für die Dean-Collins-Variante des Shim Sham. Die kenne ich noch gar nicht.

Der zweite Kurs im Anschluß war dann der Slides, Footworks & Social Moves-Kurs. Das große Sorgenkind der Planung und Organisation. Aber gestern war alle Last von mir abgefallen und ich konnte auch diesen Kurs richtig genießen.

Pia und Uli haben uns Scissors gezeigt. Dabei hat mich gewundert, wie lange wir gebraucht haben, eigentlich sind die relativ simpel, wenn man nur endlich mal richtig Gleichgewicht halten könnte.

Im Rückblick war dieser Abend genau das, was ich gebraucht habe. Ich freue mich schon richtig auf nächste Woche.

Online-Workshop Solo-Jazz

Usch aus Münster bietet einen Online-Workshop im Solo-Jazz an. Eigentlich ist das ja nicht so meins, aber die Beschreibung klang gut:

Leichte und schwierigere Moves langsam aufgebaut

Uschs Beschreibung auf Facebook

Das schätze ich sehr: Kompetente Aufarbeitung der Grundlagen mit einem Auge auf technischen Details. Wo genau kommt der Fuß hin? Wie setzt er auf? Wie synchronisiert sich die Armbewegung mit den Füßen?

Trotzdem war ich länger am Schwanken, ob mich der Workshop wirklich glücklich macht. Am Ende hab ich mir gesagt, daß ich da bestimmt etwas mitnehmen werde, selbst wenn mich einige Teile doch nicht interessieren sollten. Und dann gewinnt einfach der Gedanke, Usch in der Coronazeit zu unterstützen.

Die erste Stunde ist um, die zweite folgt kommende Woche. Und mein Zwischenfazit ist verhalten positiv.

Usch hatte in der Facebookbeschreibung diverse Moves aufgeführt, wir haben uns aber den weit überwiegenden Teil mit Suzie-Qs beschäftigt. Sicher, habe ich mal gelernt, sogar mehrfach, aber nie wirklich sauber getanzt.

Gefühlt war das zu viel Zeit für einen Move (es gab danach noch knee slaps und ähnliches), aber ich könnte rückblickend nicht benennen, was hätte wegfallen können. Die Erklärung war logisch aufgebaut, sie begann ganz leicht, und dann kamen immer weitere Aspekte hinzu. Das klingt sonnenklar, warum sollte ein Trainer das anders machen, aber dennoch zeigt sich doch immer wieder die lange Erfahrung, wenn es so gut klappt.

Die Audioverbindung war okay-ish. Sie war nicht richtig gut, aber ausreichend. Die Sprache und Musik war nicht immer synchron zum Bild, aber das war nicht weiter tragisch, weil alle Moves am Montag rhythmisch wenig anspruchsvoll waren. Keine „Eins-und“, keine Synkopierung, einfach volle Taktschläge.

Ich muß zugeben, daß ich nur teilweise mitgeübt habe, denn ich war nicht nur müde, sondern vor allem auch stimmungsmäßig mitgenommen, wie ich im letzten Beitrag schon schrieb.

Wünschen würde ich mir fürs nächste Mal aber vielleicht doch eine Vorstellung mehrerer Moves, auch um den Preis, daß diese dann nicht ganz so ins Detail gehen kann. Ein Video wäre natürlich auch toll, ich weiß gar nicht, ob wir eines geschickt bekommen werden.

Trotzdem sehe ich den Online-Workshop nicht als vollwertigen Ersatz für einen „normalen“ Workshop in Münster. Ich freue mich schon darauf, daß Usch wieder einen anbietet. Vielleicht diesmal, ohne daß ich die Feuerwehr rufen muß…

Neubeginn

Ich habe Lust zu tanzen!

Nicht mehr so exzessiv wie zu Beginn, als ich teilweise dreimal die Woche nach Bielefeld gefahren bin, oder auch drei Kurse an einem Abend besucht habe.

Aber wieder regelmäßiger, und vor allem auch: ungewohnter. Unbequemer.

Warum war ich seit langem nicht mehr in Osnabrück? Ja, weil Viktoria weggezogen war, deren Szene das war. Weil ich dort niemanden kenne, und mich mit dieser Situation schwertue.

Warum habe ich länger keinen Workshop mitgemacht, insbesondere keinen mehrtägigen oder internationalen? Ja, weil meine Wochenenden mittlerweile viel öfter mit anderen Dingen verplant sind.

Warum schwänze ich nicht nur das Bartsch, sondern auch öfter mal den Coffee & Swing? Ja, weil ich müde bin. Oder nicht bis nach Bielefeld fahren möchte – und abends wieder heim.

Aber trotzdem! Ich möchte meinen Spaß zurück.

Denn irgendwie war der verlorengegangen. Ich kann sogar ziemlich genau datieren wann: um die Zeit, als ich mich bei Lindyfeld in den Vorstand habe wählen lassen. Nicht falsch verstehen, Lindyfeld ist daran nicht „schuld“. Zu der Zeit war ich noch richtig motiviert, aber kurz danach bin ich etwas in ein Tanz-Loch gefallen, ohne konkreten Anlaß. Einfach nur blödes Timing.

Und die letzten Tage waren wirklich nervig und stressig und zum Weglaufen. Diese „Corona-Kursphase“ hatte es in punkto Organisation und Vorbereitung in sich. Und obwohl ich nur den deutlich kleineren Teil der Arbeit, des Stresses und der Telefonate auf mich genommen hatte, war ich mit den Nerven zu Fuß.

Dazu kam das übliche Problem: das blöde Plateau. Meine tänzerischen Fähigkeiten haben sich bestimmt zwei Jahre nicht mehr verbessert. Sie verkümmern eher. Ich spule dieselben Figuren ab, auf dieselbe schlampige Art wie beim Tanz davor. Und davor.

Was ich tun möchte: Leute kennenlernen, an meinem Styling arbeiten, ein wenig (nicht verbissen) an Technik arbeiten, wieder mehr followen, mal in West Coast Swing reinschnuppern, beim münsteraner Teadance tanzen, auf Wochenendworkshops in Deutschland fahren, mehr in Ulis Kursen tanzen, ein kleines „Lernjournal“ führen, Videos von Kursen und Workshops nacharbeiten.

Aber vor allem möchte ich es nicht wieder zu sehr „verkopfen“ und mich stattdessen dorthin treiben lassen, wo ich meinen Spaß finde.