Neuroplastizität durch Tanzen

PLOS

Gerade macht mal wieder ein Studie von 2018 die Runde: “Dance training is superior to repetitive physical exercise in inducing brain plasticity in the elderly”.

Die Studie ließ etwa 50 gesunde Teilnehmer ein halbes Jahr regelmäßig zur einen Hälfte Ausdauer- und auch ein wenig Krafttraining, und zur anderen Hälfte Tanzchoreographien üben (Line-Dance, Jazz, Dance, R’n’R etc.).

Vorher und hinterher wurden die Teilnehmer getestet, bildgebende Verfahren haben die Graue und Weiße Masse im Gehirn dargestellt, und kognitive Tests wurden durchgeführt.

Und die Tänzer schnitten besser ab, was Gehirnänderungen (Hinweise zur Neuroplastizität) angeht.

Die Studie hatte allerdings eine eher kleine Anzahl von Testpersonen und dadurch konnten bestimmte übliche Korrekturen in der Auswertung nicht durchgeführt werden. Außerdem liefert sie keine harten Beweise, sondern nur deutliche Hinweise auf eine positive Wirkung.

NEJM

Lange davor, nämlich 2003, gab es schon einmal eine Studie zum selben Thema, die die Tänzer erfreute: “Leisure Activities and the Risk of Dementia in the Elderly”.

Dabei wurde eine größere Zahl von älteren Menschen über mehrere Jahre beobachtet. Und dabei deren Freizeitgestaltung in Korrelation zum Auftreten von Demenz und anderen alterstypischen neurologischen Problemen gesetzt.

Dazu hat Richard Powers auch etwas geschrieben: https://socialdance.stanford.edu/syllabi/smarter.htm.

Fazit

Wie immer bei Studien zur Gesundheit muß man sehr, sehr vorsichtig sein (na, wer erinnert sich noch an die Aluminiumdeo-Dramen, die gerade ziemlich entkräftet wurden?).

Aber klar, uns Tänzern geht das runter wie Butter.

Seien wir ehrlich, wir tanzen, weil es Spaß macht. Wenn solche Studien uns dabei ein besseres Gefühl geben und uns motivieren, am Ball zu bleiben, um so besser. Als definitiven Beweis für die Überlegenheit unseres Sports würde ich das dennoch nicht werten wollen. Dazu gibt es auch zu viele Artikel und Studien, für praktisch jedes Hobby und jede körperliche Aktivität.

Neubeginn

Ich habe Lust zu tanzen!

Nicht mehr so exzessiv wie zu Beginn, als ich teilweise dreimal die Woche nach Bielefeld gefahren bin, oder auch drei Kurse an einem Abend besucht habe.

Aber wieder regelmäßiger, und vor allem auch: ungewohnter. Unbequemer.

Warum war ich seit langem nicht mehr in Osnabrück? Ja, weil Viktoria weggezogen war, deren Szene das war. Weil ich dort niemanden kenne, und mich mit dieser Situation schwertue.

Warum habe ich länger keinen Workshop mitgemacht, insbesondere keinen mehrtägigen oder internationalen? Ja, weil meine Wochenenden mittlerweile viel öfter mit anderen Dingen verplant sind.

Warum schwänze ich nicht nur das Bartsch, sondern auch öfter mal den Coffee & Swing? Ja, weil ich müde bin. Oder nicht bis nach Bielefeld fahren möchte – und abends wieder heim.

Aber trotzdem! Ich möchte meinen Spaß zurück.

Denn irgendwie war der verlorengegangen. Ich kann sogar ziemlich genau datieren wann: um die Zeit, als ich mich bei Lindyfeld in den Vorstand habe wählen lassen. Nicht falsch verstehen, Lindyfeld ist daran nicht „schuld“. Zu der Zeit war ich noch richtig motiviert, aber kurz danach bin ich etwas in ein Tanz-Loch gefallen, ohne konkreten Anlaß. Einfach nur blödes Timing.

Und die letzten Tage waren wirklich nervig und stressig und zum Weglaufen. Diese „Corona-Kursphase“ hatte es in punkto Organisation und Vorbereitung in sich. Und obwohl ich nur den deutlich kleineren Teil der Arbeit, des Stresses und der Telefonate auf mich genommen hatte, war ich mit den Nerven zu Fuß.

Dazu kam das übliche Problem: das blöde Plateau. Meine tänzerischen Fähigkeiten haben sich bestimmt zwei Jahre nicht mehr verbessert. Sie verkümmern eher. Ich spule dieselben Figuren ab, auf dieselbe schlampige Art wie beim Tanz davor. Und davor.

Was ich tun möchte: Leute kennenlernen, an meinem Styling arbeiten, ein wenig (nicht verbissen) an Technik arbeiten, wieder mehr followen, mal in West Coast Swing reinschnuppern, beim münsteraner Teadance tanzen, auf Wochenendworkshops in Deutschland fahren, mehr in Ulis Kursen tanzen, ein kleines „Lernjournal“ führen, Videos von Kursen und Workshops nacharbeiten.

Aber vor allem möchte ich es nicht wieder zu sehr „verkopfen“ und mich stattdessen dorthin treiben lassen, wo ich meinen Spaß finde.