Shuffle’n’Swing

Das hier sieht lustig und praktisch aus: https://www.kickstarter.com/projects/ronsmits/shuffle-n-swing/

Ich bin ja kein Trainer und habe keine akute Verwendung dafür, aber der Gedanke ist, daß die Schüler Karten ziehen, die ihnen einfache Abfolgen vorgeben.

Sie ziehen Anfangs- und Endpositionen und sollen dazwischen dann bestimmte Moves einbauen. Und um sie richtig zu fordern, gibts noch Hijack-Karten, wo der Follower plötzlich die Abfolge „hijacken“ soll.

Ich kenne die Macher nicht und habe die Karten nicht in der Hand. Und Kickstarter garantiert natürlich nicht, daß man die Karten hinterher wirklich bekommt, es ist halt Crowdfunding. Aber bei den Beträgen ist das Risiko doch sehr überschaubar.

Wenn jemand diese Karten bestellt, würden mich später Eure Erfahrungen damit interessieren.

Chromledersohlen beim Tanzschuh

Wer aus dem Standard- oder Lateintanz kommt, der kennt sie bestimmt: die Chromledersohle. Häufig auch als Rauhleder oder Wildleder bezeichnet, sind diese beiden Bezeichnungen jedoch nicht korrekt und bezeichnen eigentlich andere Lederarten.

Richtig präpariert und auf gutem Holzboden sind Chromledersohlen ein Traum. Sie geben Halt, daß man nicht wegrutscht, ermöglichen aber dennoch leichtfüßige Drehungen ohne viel Widerstand.

Hauptthema bei der Handhabung: Ihr braucht eine spezielle Metallbürste, mit der Ihr das Leder aufrauht (daher wohl der falsche Name „Rauhleder“). Das sind so kleine Holzbürsten mit abgebogenen Metallzinken, die sehr fest und sehr spitz sind.

Einmal am Rand der Sohle zu weit gegangen und das Obermaterial ist mit aufgeritzt. Ja, das ist mir damals beim Standardtanzen leider schon passiert. Sieht nicht schön aus.

Wofür das ganze? Chromleder nimmt jeden Dreck und Staub auf der Tanzfläche auf und hält diese fest. Wirklich fest, die kriegt Ihr sonst nie wieder raus. Das verklebt richtig zu einer unansehnlichen, rutschigen Oberfläche. Und genau da geht Ihr mit der Metallbürste rein. Richtig reinstechen und mit Kraft entlangratschen. Dabei kommt der ganze Dreck (und ein wenig Leder) heraus. Das macht eine größere Sauerei, also bitte niemals im Tanzsaal machen.

Es kommt einem immer so vor, als müßte die Sohle nach drei-, viermal bürsten „durch“ sein, bei der Materialmenge, die herausrieselt. Das wirkt aber nur so, meine Chromledersohlen haben ewig gehalten.

Wenn Ihr rutschige Schuhe mögt, beispielsweise weil Ihr Balboa tanzt, dann fällt das Aufbürsten natürlich weg.

Offensichtlicher Nachteil: Niemals naß werden lassen! Das trocknet durch die fein strukturierte Oberfläche noch viel schlechter als glatte Ledersohlen, und so kann man den Staub und Dreck um so besser verkleben.

Wo bekommt man Chromledersohlen her? Fertig am Schuh eigentlich nur im Tanzschuhladen. Und vermutlich nur Standard- und Lateinschuhe, außerdem ein paar Salsaschuhe. Das ist jetzt modisch nicht das, was den meistens Lindy-Hoppern vorschwebt.

Diese lassen sich aber oft Chromleder nachträglich unter ihre – beispielsweise – Keds kleben.

In manchen größeren Städten geht das wohl günstig und schnell beim Schuster in der Fußgängerzone. Ja, diese kleinen Ein-Mann-Schlüsseldienstläden. Jedenfalls berichten das einige Leute im Netz. Gerade erst wieder ein Bericht auf Facebook, acht Euro hats wohl gekostet.

Ich hatte bisher nicht das Glück, an so einen Schuster zu geraten, die haben oft nichtmal gewußt, was Chromleder ist. Und der „richtige“ handwerkliche Schuster, der ans große Schuhhaus angeschlossen ist, nimmt Preise zum Abwinken. Ich weiß sie nicht mehr auswendig, aber da wurden so dreißig Euro pro Schuh aufgerufen. Also sechzig Euro für das Paar, und dann erstmal noch das Schuhpaar an sich kaufen. Das ist nicht günstig.

Wer aber einen Schuster zur Hand hat, der das mal eben für einen Zwanziger insgesamt erledigen kann, sollte das wirklich mal ausprobieren.

Weitere Beiträge in dieser Reihe:

Kunststoffsohlen beim Tanzschuh

Ein Klassiker bei Lindy-Hoppern ist der Freizeitschuh mit Kunststoffsohle.

Besonders die Tänzerinnen sieht man viel mit Keds, die fast schon eine Art Uniform auf der Tanzfläche geworden sind.

Ich selbst habe eine Zeitlang mit Dockers getanzt und war damit immer sehr zufrieden. Irgendwann waren sie dann natürlich durch und Ersatz mußte her. Nach längerer Zeit mit Ledersohlen und den speziellen Saint-Savoy-Sohlen habe ich nun wieder Freizeitschuhe mit Kunststoffsohle gekauft.

Die oben abgebildeten Espadrilles habe ich also erst seit kurzem und erst eine halbe Kursphase lang getragen.

Sie sind von Toms und haben eine etwas ungewöhnliche Sohle, weil ein Gewebe (ebenfalls aus Kunststoff) darübergezogen ist. Ich habe mir ein besseres Rutschen von Beginn an erhofft, und nach ersten Versuchen muß ich sagen, es rutscht nicht ganz so wie erwartet, aber die Schuhe sind dennoch geeignet.

Normalerweise muß man solche Schuhe erst eine Weile benutzen, damit die Sohle abgenutzt und dadurch glatter wird, sonst sind sie zu stumpf. Am besten geht das dadurch, daß man sie ganz normal im Alltag auf der Straße anzieht, und wenn das Profil weg ist, dann reinigt man sie samt Sohle gründlich und nimmt sie fortan zum Tanzen.

Apropos Profil: Wenn die Schuhe ein ausgeprägtes Profil haben, dann wird man darin gehen können, wie man will, sie werden nicht hinreichend rutschig werden.

Einfach zu reinigen sind diese Schuhe natürlich. Einfach mit feuchtem Lappen abwischen. Auch ein Schritt vor die Tür macht ihnen nichts aus. Feuchtigkeit saugen die Sohlen nicht auf, man kann sie abwischen oder relativ zügig verdunsten lassen. Und ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu Gummi drücken sich Steinchen von draußen nicht so einfach in die Sohle und verkratzen anschließend den Tanzboden.

Weitere Beiträge in dieser Reihe:

Gummisohlen beim Tanzschuh

Der klassische Sneaker oder Turnschuh mit Gummisohle klingt zunächst nach einer guten Wahl für Straßentänze wie Lindy Hop. Er ist nicht so formell, es gibt ihn in vielen Designs, er ist sportlich, man kann sich gut darin bewegen.

Leider ist die Gummisohle auch unheimlich stumpf.

Und damit gilt wiederum: jede Drehung zieht direkt ins Kniegelenk. Tut Euch das bitte nicht an. Für die allererste Anfängerstunde oder einen Taster, meinetwegen. Aber bereits im Anfängerkurs solltet Ihr besseres Schuhwerk finden. Nicht unbedingt teureres. Bessser geeignetes.

Ebenso unpraktisch ist, daß Turnschuhe meistens ein stark ausgeprägtes Profil besitzen, wenn man nicht gerade Tennisschuhe nimmt, und selbst die sind auf Grip ausgelegt. Dieses Profil wird man realistisch nicht so weit herunterlaufen, daß man eine Chance hat, daß die Schuhe rutschig genug zum Tanzen werden. Und dann bleibt noch immer das Gummimaterial, das immer stumpf sein wird.

Außerdem hinterlassen Gummisohlen gerne Streifen auf dem Boden. Ihr kennt das vom Sportunterricht, wo spezielle, oft farblose, Gummimischungen für den Schulsport in der Halle verpflichtend waren.

Dasselbe gilt beim Tanzen: die Veranstalter geben sich Mühe, einen guten Tanzboden zu finden. Und das bedeutet oft: Parkett. Wenn Ihr den durch Gummiabrieb verschandelt, dann bekommen die Veranstalter ihn zwar hinterher wahrscheinlich wieder entfernt, aber es ist ein Haufen Arbeit, der nicht sein muß. Und womit Ihr Euch unbeliebt macht.

Und wenn Ihr in einer Pause zum Abkühlen mal kurz vor die Tür tretet, besteht eine echte Gefahr, daß sich kleine Steinchen in die Gummisohle eindrücken und Ihr anschließend den Holzboden beschädigt. Auch nicht gut.

Zudem kommt noch dazu, daß die Sohle beim klassischen Turnschuh oft sehr dick ist, sie soll ja Joggingbelastungen und permanent schnelle Richtungswechsel (beim Tennis) abkönnen.

Fürs Tanzen bietet es sich aber an, nicht so „weit über dem Boden zu schweben“ und ein eher schwammiges Gefühl, sondern eine direktere Rückmeldung und eine feinere Kontrolle über den Tanzschritt zu haben.

Was ist mit Tanzsneakern, die im Tanzsportladen angeboten werden? Für diese gilt das obengesagte nicht. Die Sohle ist kein klassisches Gummi, auch wenn sie teilwesie so bezeichnet wird, sondern entweder aus Kunststoff, oder eine spezielle Gummimischung, bei der die technischen und gesundheitlichen Bedürfnisse der Tänzer beachtet sind.

Ob sie modisch auf eine Swingtanzfläche passen, könnt Ihr dann selbst entscheiden, ich finde sie meistens eher unschön.

Weitere Beiträge in dieser Reihe:

Neuroplastizität durch Tanzen

PLOS

Gerade macht mal wieder ein Studie von 2018 die Runde: “Dance training is superior to repetitive physical exercise in inducing brain plasticity in the elderly”.

Die Studie ließ etwa 50 gesunde Teilnehmer ein halbes Jahr regelmäßig zur einen Hälfte Ausdauer- und auch ein wenig Krafttraining, und zur anderen Hälfte Tanzchoreographien üben (Line-Dance, Jazz, Dance, R’n’R etc.).

Vorher und hinterher wurden die Teilnehmer getestet, bildgebende Verfahren haben die Graue und Weiße Masse im Gehirn dargestellt, und kognitive Tests wurden durchgeführt.

Und die Tänzer schnitten besser ab, was Gehirnänderungen (Hinweise zur Neuroplastizität) angeht.

Die Studie hatte allerdings eine eher kleine Anzahl von Testpersonen und dadurch konnten bestimmte übliche Korrekturen in der Auswertung nicht durchgeführt werden. Außerdem liefert sie keine harten Beweise, sondern nur deutliche Hinweise auf eine positive Wirkung.

NEJM

Lange davor, nämlich 2003, gab es schon einmal eine Studie zum selben Thema, die die Tänzer erfreute: “Leisure Activities and the Risk of Dementia in the Elderly”.

Dabei wurde eine größere Zahl von älteren Menschen über mehrere Jahre beobachtet. Und dabei deren Freizeitgestaltung in Korrelation zum Auftreten von Demenz und anderen alterstypischen neurologischen Problemen gesetzt.

Dazu hat Richard Powers auch etwas geschrieben: https://socialdance.stanford.edu/syllabi/smarter.htm.

Fazit

Wie immer bei Studien zur Gesundheit muß man sehr, sehr vorsichtig sein (na, wer erinnert sich noch an die Aluminiumdeo-Dramen, die gerade ziemlich entkräftet wurden?).

Aber klar, uns Tänzern geht das runter wie Butter.

Seien wir ehrlich, wir tanzen, weil es Spaß macht. Wenn solche Studien uns dabei ein besseres Gefühl geben und uns motivieren, am Ball zu bleiben, um so besser. Als definitiven Beweis für die Überlegenheit unseres Sports würde ich das dennoch nicht werten wollen. Dazu gibt es auch zu viele Artikel und Studien, für praktisch jedes Hobby und jede körperliche Aktivität.

Ledersohlen beim Tanzschuh

Der klassische Lederschuh als Tanzschuh hat viele Vorteile: man kann ihn auch außerhalb des Tanzsports tragen, er ist in jedem Schuhgeschäft in großer Auswahl zu finden, und die Marken und Paßformen sind einem bereits vertraut.

Eine Gummisohle verbietet sich natürlich, aber es gibt ja auch Lederschuhe mit Ledersohle. Um diese soll es hier gehen.

Eine wirklich durchgängige Ledersohle scheint dabei selten geworden zu sein, der Absatz ist meistens aus Gummi. Das schadet jedoch nicht, denn im Gegensatz beispielsweise zu einer Impetusdrehung im Langsamen Walzer sind Fersendrehungen im Swingtanz nicht üblich. Aber auch ansonsten scheinen Echtledersohlen deutlich auf dem Rückzug zu sein. Bei meinem letzten Besuch in einem großen Schuhhaus fand ich viele Dutzend Schuhmodelle mit kompletter Gummisohle, aber nur zwei oder drei, die noch eine Ledersohle hatten.

Die Tanzeigenschaften sind schnell erläutert: Nicht nur recht steif, vor allem rutschig ist die Sohle. Hui, da kann man echte Probleme kriegen, wenn man sehr groß tanzt oder seinen Schwerpunkt (noch) nicht sauber kontrollieren und unter seinem Körper halten kann.

Balboatänzer sieht man häufiger mit Ledersohlen. Dort spielt die Starrheit eine geringe Rolle, weil der Fuß sehr wenig abgerollt wird. Und die Schritte und Bewegungen sind sehr klein und kontrolliert gesetzt, aber auch schnell.

Die Ledersohle verträgt natürlich Nässe nicht gut, sie reibt sich im feuchten Zustand schnell kaputt. Auf den Gang vor die Tür zum Abkühlen sollte man gegebenenfalls also eher verzichten. Im nassen Zustand wird die Sohle auch schnell stumpf und untanzbar, außer an den paar Stellen (Fliesen auf der Toilette eventuell?), wo die Haftreibung verschwindet, und der Schuhträger Gefahr läuft hinzufallen.

Der klassische Leder-Herenhalbschuh hat natürlich noch einen weiteren Nachteil. Er ist recht teuer. Nicht so teuer wir „echte“ Tanzschuhe, aber schon eine andere Preisklasse als Keds, Toms oder Dockers.

Mein abgebildetes Paar Schuhe verwende ich so auch hauptsächlich für Balboa. Ich kann auch Lindy Hop damit tanzen, aber muß dann ziemlich vorsichtig sein.

Weitere Beiträge in dieser Reihe:

Neue Coronaschutzverordnung

(Das toll illustrierte Beitragsbild: Illustration by David S. Goodsell, RCSB Protein Data Bank; doi: 10.2210/rcsb_pdb/goodsell-gallery-019)

So, die neue Coronaschutzverordnung NRW ist da. Gültig ab übermorgen, 15. Juli 2020.

Und die zugehörigen Hygieneschutzstandards. Und die FAQ.

(Achtung, die FAQ hinkt bei einzelnen Fragen manchmal hinterher – und in der Vergangenheit war sie auch nicht immer wirklich klärend)

Kurzfassung:

!!! Nichts davon ist Rechtsberatung – ich bin kein Anwalt und keine sonstwie berechtigte Person nach § 1 (1) RBerG. !!!

Bisher galt für Tanzen als Kontaktsport: In geschlossenen Räumen maximal 10 Personen. Das ist die Regelung, die ich liebevoll die „Hallenfußball-Klausel“ nenne… weiter hat eben niemand gedacht.

Künftig sind bis zu 30 Personen in geschlossenen Räumen erlaubt (§ 9 (2) CoronaSchVO n.F.).

Dabei ist die „einfache“ (es gibt auch eine „besondere“ – lest die Norm) Rückverfolgbarkeit sicherzustellen, aber auch das ist ja nichts neues, und sollte bisher schon so gehandhabt worden sein. Ebenso der Hygieneplan.

Tanzschulen durften das bereits gemäß der letzten Verordnung und waren insofern deutlich besser gestellt als Tanzvereine. Kommerzielle Interessen gingen halt vor. Das kann man auch daran festmachen, daß für die Vereine die Staatssekretärin Sport und Ehrenamt zuständig ist, für die Tanzschulen aber das Wirtschaftsministerium.

Für uns als Verein bedeutet das, daß ein ansatzweise normaler Trainingsbetrieb auch im Paartanz wieder möglich ist. Je nach Räumlichkeiten sind 15 Paare natürlich trotzdem eine Einschränkung, aber in der Größenordnung machen Kurse auch wirtschaftlich wieder Sinn.

Selbst gegen Partnerwechsel dürfte nichts sprechen, aber das müssen alle Vereine natürlich selbst abwägen, ob und unter welchen Umständen das eine gute Idee ist.

Einerseits gibt es viele Tänzer, die keinen festen Partner zur Hand haben, andererseits führt Partnerwechsel bei einigen Tänzern vermutlich zu Unsicherheit und dann dazu, daß sie im Zweifel lieber wegbleiben. Ein gangbarer Weg mag sein, daß man sich vorübergehend von „in unseren Kursen wird gewechselt, basta“ verabschiedet und das den Teilnehmern freistellt.

Und als Schlußbemerkung: ich weiß nicht, ob ich nur in den relevanten Zirkeln nicht drin bin, aber mich hat doch überrascht, daß auf Facebook sehr wenig bisher zu den verschiedenen Fassungen der Verordnung zu finden war.

Gerade in der aktuellen Kursphase, als die damals neue Verordnung uns böse reingegrätscht ist und viel Streß und Diskussionen verursacht hat, wäre ein Austausch mit Vereinen in ähnlicher Situation schön gewesen. Lief das alles nicht-öffentlich in privaten Gruppen oder habe ich die Diskussionen nur nicht gefunden?

Tanzschuhe und Schuhsohlen

Eine häufige Frage von Tanzanfängern lautet: „Welche Tanzschuhe und Schuhsohlen brauche ich denn zum Tanzen?“. Und auch im weiteren Verlauf der Tanzkarriere probieren viele Tänzer ganz verschiedene Schuhe aus.

In dieser kleinen Reihe möchte ich ein paar Arten von Tanzschuhen vorstellen, die ich selbst schon getragen habe. Oder eigentlich eher verschiedene Arten von Schuhsohlen – denn der Rest des Schuhs ist hauptsächlich eine Frage von Geschmack, Mode und Komfort. Die Schuhsohle „erdet“ den Tänzer jedoch, und damit ist sie wichtig.

Natürlich hängt viel vom konkreten Boden ab. Und auch zwei verschiedene Räume mit Parkett können sich völlig unterschiedlich anfühlen, wenn man tanzt.

Grundsätzlich ist natürlich der ganz klassische, schwingend gelagerte Tanzboden aus Holz das Nonplusultra. Leider ist er außerhalb von Tanzschulen und einigen sehr guten Veranstaltungssälen eher selten in unserem Tänzerleben zu finden.

Das Parkett ist dann die normale Premiumqualität. Andere Arten von Holzboden (gar Dielenboden) können gut sein, müssen es aber nicht.

Am unteren Ende der Skala stehen drei Fußbodenbeläge, die wir Bielefelder leider alle schon kennenlernen durften, bevor wir im wunderbaren Muschelsaal eine Heimat gefunden haben: Fliesen, PVC/Linoleum und sogar Beton! Alle drei Arten sind indiskutabel und nur im Notfall zu ertanzen. Dann aber mit Augenmerk auf Verletzungsanfälligkeiten. Drehungen sollte man lieber außen vor lassen.

Also beschränke ich mich in meiner Betrachtung auf Holzböden aller Art. Welche Arten von Schuhsohlen bieten sich an?

Außerdem: was ist über Pflege und Haltbarkeit zu sagen? Vertragen sie ein paar Tropfen Nässe?

Wichtig ist natürlich auch der Einsatzzweck. Ganz allgemein möchte man zum Balboa möglichst rutschige Schuhe, da man insbesondere im Pure Bal ohnehin kleine, aber schnelle Schritte setzt und seinen Schwerpunkt nie weit verlagert. Im Lindy Hop ist ein gewisser Grip hingegen hilfreich, besonders, wenn man dynamischer tanzt. Anfänger mögen es sowieso lieber etwas standsicherer.

Solltet ihr nur ungeeignete Schuhe haben, die viel zu stumpfe Sohlen haben, gibt es den alten Tänzertrick: Kunststoffklebeband („Tesa-Packband“) auf die Sohle im Bereich des Fußballens kleben. Das ist für Fälle, in denen der Boden heute mal wieder sehr stumpf ist, ganz brauchbar. Modisch ist das Klebeband natürlich nicht, und ob es sich wieder gut lösen läßt, müßt ihr ausprobieren.

Die Alternative wäre Puder, um stumpfen Boden (oder Schuhe) rutschiger zu machen. Das ist aber immer problematisch: man verunreinigt die Tanzfläche, was der Gastgeber vielleicht nicht so gerne sieht. Und ihr beeinflußt auch andere Tänzer, die in diesen Bereich der Tanzfläche kommen – wenn sie selbst bereits rutschige Schuhe tragen, mag das bis hin zum Sturz führen! Eine Aspirin zertreten und verteilen hat selbst im Erfolgsfall dieselben Probleme, verbuche ich aber ohnehin eher unter „Partygag“.

Auf dem Foto oben seht ihr fünf Paar Schuhe. Mit vieren davon habe ich oft getanzt, das fünfte Paar kommt mir nicht an tanzende Füße.

Aber alles weitere kommt dann in einzelnen Artikeln zu den Schuhtypen.

Weitrere Beiträge in dieser Reihe:

Lindy Hop ABC

Mit der DVD „Lindy Hop ABC“ können Lindy-Hop-Anfänger einfache Lindy-Hop-Figuren lernen, um ihr tänzerisches Repertoire zu erweitern.

Damit ist sie im deutschsprachigen Raum meines Wissens einzigartig, zumindest sind mir an Lern-DVDs ansonsten nur welche von internationalen Stars wie Kevin & Jo bekannt.

Die Produktionsqualität ist – wenig überraschend – eine Stufe darunter, die DVD atmet den Charme des selbstgemachten. Eine Tanzfläche, dahinter ein blauer Vorhang, um den Hintergrund zu beruhigen, ein Paar, das wars. Außerdem ein wenig Hall, aber der ist nicht weiter schlimm.

Die DVD ist in drei Teile gegliedert: elf Figuren aus der geschlossenen Position in die offene Gegenüberstellung, zwölf Figuren aus der offenen Gegenüberstellung in die offene Gegenüberstellung und sieben Figuren aus der offenen Gegenüberstellung zurück in die geschlossene Position.

Man merkt an der Anzahl schon: das sind natürlich nur leichte Abwandlungen voneinander. Alle Figuren sind auf Anfängerniveau, es geht dabei eher um „ist die Drehung unter dem Arm des Leaders hindurch oder läßt er los, während der Follower ausdreht?“. Alles in Ordnung.

Gezeigt bekommt man die Figuren zunächst mit Zählung des Takts, dann mit Musik, und beides aus allen vier Richtungen aufgenommen. Also insgesamt acht Aufnahmen pro Figur. Sehr schön!

Allerdings auch nur genau diese eine Figur, ohne Übergang von oder zu einer anderen Figur. Jede Aufnahme beginnt mit dem Paar am festen Ort stehend und zeigt dann genau die Taktschläge 1 bis 8. Auch ohne Überleitung in der Präsentation und manchmal etwas abrupt zusammengeschnitten.

Zielgruppe sind meiner Meinung nach Anfänger, die nach dem allerersten Anfängerkurs noch zumindest einen zweiten gemacht haben, den Swing-Out schonmal beigebracht bekommen haben und den Circle tanzen können.

Ich denke, es geht allen Tänzern so, daß man in dieser Phase gerne mehr Figuren lernen möchte, um etwas Variation auf die Tanzfläche zu bringen. Dafür halte ich die DVD für gut geeignet, sie gibt selbst nach Abzug der paar wirklich fast identischen Varianten noch genug Stoff, und das auf angemessenem, weil einfachen Niveau.

An Technik sollte der Anfänger sich nicht allzuviel abschauen, ich habe an einzelnen Stellen in der DVD einen Bounce erahnen können, aber auch das ist schon sehr wohlwollend gewertet.

Die Präsentation ist – wie bereits erwähnt – absolut minimalistisch und ohne jeden Esprit. Keine weitschweifige Begrüßung, kein Geplauder mittendrin, Takt zählen und dann nächste Figur. In ein paar Fällen gibt es mal eine Einblendung mit einer kurzen weiteren Sequenz, was bei der Figur zu beachten ist, beispielsweise in Bezug auf die Armhaltung oder einen Schritt, der zur Seite gehen muß, damit der Follower Platz hat. Diese Erklärungen kommen mir aber zu selten vor.

Mein Hauptkritikpunkt ist aber etwas anderes. Eigentlich zwei Punkte, die direkt zusammenhängen:

Wenn ich von „Erklärungen“ schreibe, dann meine ich Erklärungen für den Leader. Mir ist in der gesamten Laufzeit von 41 Minuten nicht ein einziger Hinweis, Tipp oder Erklärung für den Follower aufgefallen! Der Follower kommt hier nur als Requisite vor. „Sportgerät“, wie mein alter Tanzlehrer die Damen nannte.

Beispielsweise weist der Trainer an einer Stelle darauf hin, daß der Leader hier nach der Drehung im richtigen Moment die Hand des Followers wieder ergreifen soll. Wäre das nicht ein außerordentlich guter Zeitpunkt gewesen, dem Follower zu erklären, daß sie ihre Hand etwa in Hüfthöhe halten muß und nicht hängen lassen darf, so daß der Leader drankommt?

Der Trainer tanzt seine Figur, spricht auch zuweilen mal mit aufs Video, wohin er genau tritt, aber die Dame macht die Drehungen und alles ohne jede Anleitung, einfach so.

Überhaupt, die Dame im Video. Sie sagt nicht ein einziges Wort, noch nicht einmal zur Begrüßung. Mimik oder Gestik habe ich auch keine erkennen können, hauptsächlich schaut sie ihren Leader an oder verschämt zur Seite. Es liegt einem wirklich die Frage auf der Zunge, ob sie freiwillig teilgenommen hat.

Würde ich die DVD weiterempfehlen? Mit großen Einschränkungen ja. Wenn mein Gegenüber genau in der Zielgruppe ist, die erstmal nur ein paar neue, einfache Figuren lernen will. Dafür ist die DVD geeignet, und Alternativangebote sind ja nun wirklich dünn gesät.

Aber eigentlich würde ich mir wünschen, daß mehr unserer Trainer in Deutschland solche DVDs aufnehmen. Naja, nicht direkt bis zur DVD, aber Videokurse konzipieren und aufnehmen. Nicht nur die absolute Weltspitze, auch einfach „normale Trainer“ in unseren Szenen, zu denen wir gerne in die Kurse gehen. Das muß nicht übertrieben aufwendig produziert sein. Da reicht heute schon eine bessere Handykamera am Stativ. Dazu vielleicht tatsächlich noch ein Mikrofon mit Richtcharakteristik oder ein Mikrofon am Shirt, ein paar Gedanken zur Schalldämmung im Raum, und los gehts!

Wiedersehen auf der Tanzfläche

Nachdem wir die letzte Kursphase vorzeitig abbrechen mußten, ging es für die ersten Bielefelder Tänzer schon am Montag, und für mich dann gestern wieder mit Kursen los. Ein Wiedersehen auf der Tanzfläche mit vielen lieben Menschen, die ich länger nur per Telefon oder Mail „gesehen“ hatte.

Ich war zuversichtlich, das Generve hinter mir zu lassen und getreu „Ich habe Lust zu Tanzen!“ fröhlich meine beiden Kurse zu genießen.

Und genauso kam es auch. Uli verbreitete im Shim Sham gleich mal richtig gute Laune. Ein großer Spaß!

Shim Sham habe ich vor ewigen Zeiten mehrfach gelernt, mal besser, mal schlechter, aber so richtig flüssig wollte es nicht in meinem Kopf bleiben. Beziehungsweise, das mit dem Kopf ist natürlich wieder das Problem. Aber diesmal wird es besser klappen!

Apropos „früher schon gelernt“: ich habe vorhin das Video vom Shim-Sham-Workshop bei Ela in der Kung-Fu-Schule nochmal angeschaut. Das ist fünf Jahre her!

Uli ist richtig durchgerast. Wir haben fünf Termine, und nach dem ersten sind wir schon fast durch. Es fehlen nur noch Freezes, Half-Break und Shorty George, meine ich. Aber er wird uns sicherlich noch viel Styling zeigen, wir werden weiterhin fleißig üben, und dann… ist bestimmt tatsächlich noch Zeit für die Dean-Collins-Variante des Shim Sham. Die kenne ich noch gar nicht.

Der zweite Kurs im Anschluß war dann der Slides, Footworks & Social Moves-Kurs. Das große Sorgenkind der Planung und Organisation. Aber gestern war alle Last von mir abgefallen und ich konnte auch diesen Kurs richtig genießen.

Pia und Uli haben uns Scissors gezeigt. Dabei hat mich gewundert, wie lange wir gebraucht haben, eigentlich sind die relativ simpel, wenn man nur endlich mal richtig Gleichgewicht halten könnte.

Im Rückblick war dieser Abend genau das, was ich gebraucht habe. Ich freue mich schon richtig auf nächste Woche.